Zitier mir nicht
die KI vor.
Wenn deine Antwort mit „Also, Claude meinte dazu:" anfängt oder gleich mit achthundert unbearbeiteten ChatGPT-Wörtern loslegt: Glückwunsch, du hast gerade bewiesen, dass bei dir oben nur Zahnräder klappern. Darwin wäre stolz. Bitte, pflanz dich nicht fort.
Das hast du gerade getan
Jemand hat dir eine echte Frage gestellt. Mit Kontext und den besten Absichten. Diese Person ist extra zu dir gekommen. Du hast die Frage genommen, in ein Prompt-Feld geworfen und das Ergebnis zurückgepastet. Fühlte sich bestimmt super produktiv und clever an, oder? Nun ja... Muss dich enttäuschen, klüger bist du dadurch nicht. Du hast nur bewiesen, dass es keinen Unterschied macht, ob man dich fragt oder die KI.
Rate mal, wen die KI zuerst ersetzt?
Falls es noch nicht klar genug war, hier, was du geantwortet hast: Tolle Frage! Es gibt mehrere wichtige Faktoren zu bedenken bei diesem nuancierten Thema, über das sich jemand tatsächlich Zeit und Hirnschmalz genommen hat, um nachzudenken. Lass uns das noch einmal Schritt für Schritt aufschlüsseln:
1. Den Kontext verstehen: Wichtig ist zunächst, eine solide Grundlage zu schaffen, denn genau das hast du ja gefragt
2. Wichtige Überlegungen: Bei der Bewertung solltest du bedenken, dass... na, daran hast du bestimmt noch nie gedacht
3. Bewährte Praktiken: Branchenexperten empfehlen im Allgemeinen diese müde Google-Suche, die du auch in 3 Sekunden selbst hättest machen können
Zusammenfassend hängt die Antwort letztlich von deiner konkreten Situation ab. Ich hoffe, das hilft dir, Champ! Sag Bescheid, falls ich einen dieser Punkte noch vertiefen soll. Wow... Erleuchtend. Danke für diese Weisheit, die ich mir auch selbst hätte holen können.
Warum das eigentlich unhöflich ist
Die Person, der du antwortest, hat dieselbe KI wie du. Hätte sie die generische LLM-Antwort gewollt, hätte sie die in vier Sekunden bekommen, ganz ohne dich, was sogar einfacher gewesen wäre. Sie hat dich gefragt, weil sie dich wollte. Deine Meinung. Deine Erfahrung. Deinen Geschmack. Das, was das Modell nicht hat.
Was du stattdessen geschickt hast, sagt: „Ich konnte mich nicht aufraffen, deine Frage sorgfältig genug zu lesen, um wirklich zu antworten, also hier ist, was ein Chatbot für mich geraten hat.". Das ist das Gesprächsäquivalent zum Weiterleiten der E-Mail.
Du bist nicht klüger als sonst wer. Du sorgst live dafür, dass diese Person den Respekt vor dir verliert, und zwar auf eine Art, von der man sich schwer erholt. Du hast deine Meinung durch einen Glückskeksspruch ersetzt und ihr das vor die Füße geworfen.
Wenn du das weiter machst: Wozu dich überhaupt noch fragen?
ist kein Denken.
Die Lösung ist ziemlich einfach
- Du darfst KI benutzen. Sie ist ein Werkzeug, dafür ist sie da. Aber verdammt nochmal, lies, was das Modell gesagt hat. Das Ganze. Ja, auch die Stichpunkte. Besonders die Stichpunkte.
- Entscheide, was tatsächlich stimmt. Modelle klingen selbstbewusst, ganz unabhängig davon, ob sie recht haben. Die Hälfte ist wahrscheinlich falsch, generisch, oder beides. Wenn sie überhaupt existiert.
- Schreib deine eigene Antwort. Drei Sätze von dir schlagen immer drei Absätze Slop. Niemand hat je gesagt: „Ich wünschte, diese Antwort wäre länger und roboterhafter gewesen."
- Wenn du das Modell wirklich zitieren musst, kennzeichne es. Sag warum. „Ich hab Claude gefragt, und dieser Teil stimmt tatsächlich:" ist völlig in Ordnung. Es kommen durchaus nützliche Dinge aus LLMs.
- Wenn du nichts beizutragen hast, was über das hinausgeht, was eine KI auch sagen würde, sag nichts. Schweigen ist auch ein Beitrag. Oder sag „Ich hab nichts hinzuzufügen". Das spart dir und uns eine Menge Zeit.
„Aber ich will doch auch helfen!"
Nein, willst du nicht. Du versuchst, hilfreich zu wirken, ohne die Arbeit des Helfens zu machen. Da ist ein Unterschied, und ehrlich gesagt kein besonders subtiler.
Helfen heißt: sorgfältig lesen, nachdenken und antworten mit etwas, das nur du hättest sagen können. Sachen von einer KI reinzupasten sagt der Person am anderen Ende, dass ihre Frage nicht deine Zeit wert war, nur die eines Chatbots. Wie würde sich das für dich anfühlen?
Das ist nicht Anti-KI. Entspann dich.
Nutz die Tools. Nutz sie täglich. Nutz sie, um schneller zu entwerfen, grober zu denken, mehr zu lernen, dich freizudenken. Super. Das ist der Sinn der Sache. Der Output ist ein Ausgangspunkt, kein fertiges Produkt. Behandle ihn wie den ersten Entwurf eines Werkstudenten, denn genau das ist er. Bearbeite ihn. Kürze ihn. Widersprich ihm. Mach ihn zu deinem, oder schick ihn gar nicht erst.
So benutzt du das hier
Wenn dir das nächste Mal jemand einen wunderschönen Batzen unbearbeiteten LLM-Text in die DMs, Slack, den Code-Review oder sonst wohin kippt, schick der Person das hier:
Klicken zum Kopieren. Keine Erklärung nötig. Die Person weiß Bescheid.
Zu viel des Guten?
Fair genug. Wenn du lieber die arbeitsplatzsichere Version schickst, hier ist sie:
der Rest von uns
diese Seite wurde von einem Menschen geschrieben, mit Absicht, und mit Gefühlen.